Dankbarkeit

Hallöle ihr Lieben!

Dieser Beitrag wird ein bisschen anders als normalerweise, da ich euch nicht erzählen werde was seit meinem letzten Beitrag passiert ist (das wäre auch ein äußerst kurzer Beitrag 😀 )

Ich habe gerade die neuesten Beiträge von Hannah auf ihrem Blog Neuseeland – eine Prise Fernweh gelesen. Darin schreibt sie über das (frühe) Ende ihrer Au Pair-Zeit und zieht ihr Fazit. Zuerst einmal muss ich hier sagen, dass ich es toll finde, wie ehrlich sie auch weiterhin schreibt und vor allem auch, dass sie immer noch schreibt. Das kann ich nämlich auch auf den Tod nicht ausstehen, wenn es auf einem Blog einfach keine Aktualisierungen mehr gibt – ohne Erklärung, für den Leser „einfach so“! Um Ehrlichkeit bemühe ich mich auch immer und das fällt mir ehrlich gesagt nicht schwer. Besonders in der heftigen Anfangsphase, habe ich ja auch immer mal wieder gesagt, wie schwer das in dem Augenblick war.
Ich finde es auch gut, dass sie so ehrlich ist zu sagen, dass Au Pair sein nicht wirklich das Richtige für sie ist. Wenn es bei ihr auch nur ansatzweise im Vorfeld so lief wie bei mir, gab es doch den ein oder anderen, den man quasi überzeugen musste, warum ein Jahr als Au Pair genau das Richtige für einen ist. Und dann doch zugeben zu „müssen“, dass das eben nicht stimmt, stelle ich mir hart vor. Außerdem ist es einfach immer total bescheuert, wenn die eigenen Erwartungen nicht in Erfüllung gehen.

Hier möchte ich zunächst einmal Hannah zitieren, mit ein paar Sätzen die mir durchaus aus dem Herzen gesprochen haben: „Man überlegt sich jedes verdammte Mal ob man aus seinem Zimmer gehen soll/kann und wann am besten (natürlich wenn die weg sind). Man ist immer gut gelaunt und lächelt, auch wenn man eigentlich wütend, traurig oder müde ist.“ Besonders abends, wenn ich nicht geholfen habe, die kids ins Bett zu bringen, überlege ich immer ewig; ‚Geh ich jetzt noch runter? Kommt das vielleicht merkwürdig? …‘ Und es stimmt auch absolut, dass man eher nicht zugibt, wenn es einem nicht so besonders geht. Wenn’s was heftiges ist, redet man natürlich mit seiner Gastfamilie, aber diese kleinen Wehwehchen, die in der eigenen Familie natürlich ohne Probleme angesprochen werden, lässt man in der neuen Familie unter den Tisch fallen.

Wenn ich mal mein eigenes kleines Fazit zu ihrem Fazit ziehen darf, muss ich sagen, dass meine Erwartungen sehr genau mit ihren Erwartungen bzw. Gründen für das Au Pair-Jahr übereinstimmen:

1 – Mitglied einer anderen Familie werden
2 – die Kultur kennenlernen
3 – die Arbeit an sich (Kinder)
4 – Sprache verbessern
5 – Abenteuer, was NEUES
6 – fester Wohnsitz und festes Gehalt
7 – selbstständiger werden (diesen Punkt hab ich ganz frech zu Hannahs Gründen hinzugefügt 😉 )

Für mich persönlich muss ich in diesem kleinen Zwischen-Fazit (nach fast genau drei Monaten) sagen, dass die Punkte 2, 3, 4, 6 und 7 für mich absolut in Erfüllung gegangen sind! Meine Sprachverbesserung habe ich zwar zu 90% der Tatsache zu verdanken, dass ich sehr viel Zeit mit Jacqui aus Australien verbringe, aber das zählt trotzdem 😀
Und sosehr ich manchmal über die langen Arbeitszeiten mit den zwei Kids jammere, sosehr liebe ich die meisten Tage mit den beiden und bin einfach froh und dankbar, diese Familie gefunden zu haben.
Der größte Unterschied zu Hannahs Erfahrungen besteht möglicherweise darin, dass ich mich sehr viel selbstständiger fühle als in Deutschland. Dazu kommt es durch ganz viele kleine Dinge: schon allein die Tatsache, dass ich selber nach meiner Wäsche schauen muss, mach irgendwie einen Unterschied. Aber auch, dass es sehr viel wichtiger ist, an alles zu denken, bevor man das Haus verlässt (Wickeltasche dabei? ‚Musst du nochmal auf’s Klo bevor wir gehen?‘ Schlüssel dabei? Hab ich auch wirklich alles auf dem Einkauszettel? …) Und die Erfahrungen, die ich hier schon gemacht habe! Wer kann schon von sich behaupten, schon einmal Kinderkacke von einer Rutsche gewischt zu haben – und all das ohne selber ein Kind zu haben! Überhaupt hatte ich hier mehr eklige Erlebnisse mit Fäkalien als ich zählen kann (oder will 😉 ), dabei habe ich gerade erst ein Viertel meines Jahres hinter mir (oder schon ein Viertel?!).

Wie schon gesagt, muss ich ihr aber zustimmen in dem Punkt, dass man sich nicht wirklich wie in der eigenen Familie fühlt und ich glaube auch nicht wirklich, dass sich das im Laufe des Jahres ändert.

Im Augenblick sucht auch Natalie, mit der ich in London war, eine neue Gastfamilie. Durch die Dinge, die ich von ihr erfahre, und Hannahs Bericht über ihre Gastfamilie, bin ich einfach super dankbar, dass ich eine tolle Gastfamilie gefunden habe. Die Eltern lassen mir genug Freiraum, dass ich mich nicht wie ein Kind behandelt fühle, während die Kids oft sosehr an mir hängen (im wortwörtlichen Sinne), dass es ein Stück weit durchaus ein Ersatz dafür ist, meine Familie in Deutschland zu haben.
Diese eine Aussage muss ich präzisieren: Meine Gasteltern lassen mir unglaublich viel Freiraum! Es wird nie als selbstverständlich angesehen, wenn ich an einem Wochenende babysitte. Meine Gastmutter sagt immer zu den Kids: „Jetzt lasst Celina mal in Ruhe, sie will euch nicht ständig um sich rum haben!“ (was echt süß von ihr ist 🙂 ) Als ich gesagt habe, dass ich dieses Wochenende mit Jacqui nach Deutschland will, haben sie nur gesagt: „Super Idee! Tut uns leid, dass wir euch vermutlich nicht zum Flughafen fahren können.“ Wohlgemerkt zum Flughafen, nicht nur zur Bahnstation! Wann immer ich etwas kochen will, fragen sie mich nur, ob ich Geld für die Einkäufe brauche, oder ob alles da ist. Und auch die kids betreffend, bin ich sehr frei. Egal, was ich mit den beiden mache, solange ich mich mit ihnen beschäftige, ist das in Ordnung! Und als ich die beiden einmal lange habe Fernsehen schauen lassen, weil es mir nicht so besonders ging, meinten sie nur, dass jeder Mal solche Tage hat! Das sind zwar immer nur kleine Dinge, aber insgesamt geben sie mir dadurch wirklich das Gefühl, mir zu vertrauen.

So, das ist jetzt wirklich ein verdammt langer Beitrag geworden! Dafür entschuldige ich mich hier mal; aber das musste auch mal gesagt werden 😉

Liebe Grüße, habt einen schönen Tag,
Celina xx

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5 Gedanken zu “Dankbarkeit

  1. Hallo, Celina!
    Alles, was ich da an Erlebnissen beisteuern könnte, ist eine Sprachwoche in Nizza, Frankreich in der Oberstufe, aber da ich da mit der Schule war und nicht alleine und auch nicht auf irgendjemanden aufpassen musste, zählt das nicht wirklich.
    Es ist definitiv schade, dass Hannah so schlechte Erfahrungen gemacht hat, denn das sind Erinnerungen, die man für immer hat. Deshalb finde ich es gut, dass du dir vor Augen führst, dass du es gut erwischt hast und auch froh darüber bist. 🙂
    LG, m

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  2. Hey Celina,
    ich finde deinen Beitrag echt gut! Mir geht es oftmals genauso wie du es beschrieben hast. Wirklich ein Teil der Gastfamilie zu werden, ist meiner Meinung nach nur bei wenigen der Fall…
    Durch zwei Au Pairs, die leider abbrechen mussten, habe ich auch schon mitbekommen, was alles schief laufen kann und bin daher dankbar über meine Familie. 🙂
    LG Nele

    Gefällt 1 Person

    • Bin ich also nicht die Einzige 😀
      Wenn es mit der Eingliederung in die Familie wirklich so funktioniert, wie sich das jeder erhofft, dann ist das super, aber wie du gesagt hast, ist das vermutlich bei den wenigsten der Fall!
      LG, Celina

      Gefällt 1 Person

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